Matteo Uggeri & Mourning Dove – Does The Moon Not Dream

We know Matteo Uggeri from the previous occasions I reviewed his work. Here he teams up with Mourning Dove, behind which we find Elena Botts. I believe she is from Washington, and she delivers lyrics and vocals on this release, while Uggeri is responsible for sounds, composing and mixing. The cover further lists a bunch of players, whose names don’t mean much to me, and they add guitars, cello, trombone, trumpet, mandocello, piano, violin, and bass. Botts’ vocals are somewhere halfway between recitation and singing; singing, humming, with and without words, whereas the narration is dreamy; just like the music, made to fit those dreamy thoughts by Botts. Uggeri adds quite a bit of field recordings and delves from his archives whatever instruments are needed for a section, so there are pieces with a dominant trumpet bit (with a lot of reverb to suggest more atmosphere; as if we weren’t aware) or bass or well, you get my drift. The voice is quite upfront in the mix, which is not something I am a big fan of when it comes to narration. With singing, I can agree, but with a story, I am not so convinced. How often would you play a release with such narration? I, for one, am a person who is not the biggest fan when it comes to such story-telling releases; I am sure I wrote this before. I quite enjoyed the darker soundscapes, the nocturnal glow if you will, that this music has, works quite well on a final day of springtime.

Frans de Waard  (Vital Weekly 1287)

 

 

In heutigen Zeiten ist es ja nichts besonderes mehr, wenn Musiker über Kontinente hinweg zusammenarbeiten, ohne sich dabei jemals persönlich zu begegnen. So war das auch bei dem jüngsten Projekt des Mailänder Musikers Matteo Uggeri (u.a. Sparkle in Grey) mit der in Washington, DC beheimateten Stimmkünstlerin Elena Botts, die unter dem Künstlernamen Mourning Dove aktiv ist. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit erschien im Mai 2021 unter dem Titel Does the Moon Not Dream.

Elena Botts nahm eine Reihe von gesprochenen und gesungenen Texten auf, häufig draußen, während sie durch Straßen und Felder spazierte. Matteo Uggeri arrangierte diese mit den Klängen verschiedener Mitmusiker, zu denen auch seine Bandkollegen von Sparkle in Grey gehören.

Trotz der recht erklecklichen Anzahl an Musikern sind die Stücke äußerst karg, geradezu spartanisch arrangiert. Und mancher würde die hier zu hörenden Klänge vielleicht gar nicht als Musik bezeichnen wollen. Impressionistische Klangskizzen, mit diesem Begriff könnte man versuchen zu beschreiben, was den Hörer erwartet. Melodie und Rhythmus im üblichen Sinne sucht man meist vergebens. Manchmal sind es einzelne, wie hingeworfene Töne eines Saiteninstruments oder des Klaviers, noch unterlegt mit einer Art Klangteppich aus nicht immer eindeutig zu identifizierenden Geräuschen, manchmal klagt eine einsame Violine oder aus der Ferne erklingt ein Blasinstrument. Auch knarrendes Holz und tropfendes Wasser sind bisweilen auszumachen. Alles in extrem reduziertem Tempo, nie wird wird es wild oder laut, trotzdem bleibt die Musik durchweg sperrig.

Elena Botts’ Stimme fügt sich nahtlos in diese eigenartige Klangwelt ein. Häufig klingt sie wie ein geisterhaftes Raunen, das aus einer anderen Welt zu kommen scheint; vor allem, wenn sie mit hoher Stimme singt wie etwa in Ghosts of Sand.

Vergleiche sind schwierig zu nennen. Es besteht eine gewisse Wesensverwandtschaft zum Postrock von Bark Psychosis oder den späten Talk Talk, allerdings klingt diese Musik nicht nur noch reduzierter, sie ist auch wesentlich sperriger. Ein kurzes, aber intensives Hörerlebnis, das freilich erarbeitet werden will. Auf Bandcamp kann man das Album probehören.

Jochen Rindfrey  (BabyBlaue Prog-Reviews)  22/05/2021

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