Ariel Kalma Davide Zolli Riccardo Sinigaglia – Three Blokes in Ameno

Three Blokes in Ameno (AD9 010) Ich würde mich wundern, wenn da nicht Coxhill, Lacy & Parker als Three Blokes (in Charlottenburg) (FMP, 1994) Pate standen für ARIEL KALMA – keys, sax, RICCARDO SINIGAGLIA – keys, synths, electric organ, piano & DAVIDE ZOLLI – drums, perc. Kalma war einst schon Spielgefährte von Adamo und Baden Powell, bevor er sich als New-Age-Elektroniker seinen Namen machte. Sinigaglia ist ADN pur, mit Futuro
Antico, The Doubling Riders, Correnti Magnetiche. Und als Scosse Elettriche mit Zolli, der vor 20 Jahren noch Garagenpunk mit John Woo und L’Amico Di Martucci und später Folk-pop mit Vermilion Sands oder The Mojomatics gespielt hat und mit Slawenhaken-Schnauzer und Shades ein Rockerimage pflegt. Zu dritt lassen sie ihrer Phantasie und gleich zu Beginn Kalmas vogeligem Faible freien Lauf, für einen angerockt, angejazzt trippigen Flow, als krautige Skater, psychedelische Surfer mit ihren Keyboards und zu pochendem Tamtam züngelndem Sax. Für ‘Tiramisù Cayenne‘ mischen sie quirliges Piano und zuckrig rieselnde Percussion oder paukige Beats mit bluesigem Sax, aber pfeffriger Zunge. ‘Khyber Passage‘ ruft zu aller Indienfahrerei einen bitteren Geschmack in den Mund, mit kriegerischen Trommeln, jauligem Synthi, zuletzt flötendem Spott. ‘Incessant Bourdon‘ unterlegt die gläsernen Keys und Zollis marschierendes Tamtam tatsächlich mit langgezogenen Orgeltönen und Dröhnwellen für ein klimpriges Grooven im nicht nachlassenden Streben nach – einst hieß es Shangri-La.

Rigobert Dittmann (Bad Alchemy 114)

 

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