La STPO – Romanciel

Groupe culte s’il en est, La Société Des Timides À La Parade des Oiseaux (STPO) n’a jamais stoppé ses activités depuis 1984, mais fidèles à leur réputation, ils ont su rester fort discrets. Quelques concerts de ci de là et surtout une dizaine d’albums, originaux et irréprochables. Le projet rennais a vu quelques changements de line-up, mais Pascal Godjikian (chant), JimB (guitares) et Patrice Babin (percussions) sont toujours là, accompagnés des membres de longue date Christophe Gautheur (synthé, clarinette, sax) et Sébastien Desloges (basse, violon). Le style, quant à lui, évolue tout en restant fidèle à lui-même, onirique, surréaliste, inspiré fortement par la littérature, l’art et les collages. Un langage en soi qui n’a jamais eu d’équivalent ailleurs.

Romanciel se compose de quatre titres, deux avoisinent les vingt minutes, et sont de véritables voyages insolites, faits de chants tribaux, de déflagrations bruitistes, de flûtes enchantées, de belles mélopées de musique de chambre, d’avant-garde mystérieuse ou d’art rock survolté. Le disque commence dans la douceur. Notes de violon délicates et entêtantes, xylophone enfantin, narration expressionniste, puis la guitare de JimB intervient pour nous rappeler le meilleur d’Art Bears ou de Snakefinger. Mais la beauté des cordes ne pourra calmer la fureur percussive de Patrice Babin. Alors, la basse et la guitare se font plus post-punk, avant de nous propulser dans des sonorités orientales totalement inattendues. L’album se construit ainsi, comme un grand montage d’ambiances disparates, mais avec des thèmes qui reviennent, rendant le tout éminemment cinématographique.

Si vous connaissez déjà la STPO, il est inutile de passer du temps à décrire la complexité et la richesse de leurs compositions, ou le chant à mi-chemin du râle, de l’opéra détraqué, de la poésie lettriste, du bruitage de dessin animé et du hurlement pur et dur comme issu d’un vieux disque de Birthday Party. Il y a énormément d’humour et de théâtralité ici. De la folie aussi, bien sûr. L’aspect mélodieux, porté par le violon, le piano et les digressions est-européennes ou asiatiques, fait peut-être de Romanciel un des disques les plus abordables du groupe. On pourrait même en fredonner certains passages. Si vous ne vous êtes pas encore laissé charmer par la STPO, ce disque est peut-être le meilleur moyen d’entrer dans cet univers qui a su amener le Rock in Opposition vers des contrées tellement uniques que c’en est fascinant. Arriver à garder la même fraîcheur après plus de trente-cinq ans de bons et loyaux services, c’est formidable en soi. Les timides ont bien mérité une médaille.

84/100

Mäx Lachaud (Obsküre) 25/04/2022

 

 

Romanciel (DNN 032 C) beginnt mit ‘Roman‘ und endet mit ‘Rien qu’un Ciel‘, logisch, soweit bei LA STPO je etwas logisch ist. Zwischen die mit knapp 20 und 23 3⁄4 Min. mächtigen Flügel haben JimB – guitar, Patrice Babin – drums, Sébastien Desloges – bass & violin, Christophe Gautheur – keys & reeds und allen voran Pascal Godjikian zwei live schon bekannte Kabinettstückchen platziert: das a capella angestimmte meta-ykegiakische, meta-tidalikische ‘Dictionnaire‘ und ‘La Diminuee‘, das mit verkleinerter Nase die Schwarz-wurzel falsifiziert. Davor bringt Pascal Zeilen aus “Le Tueur Littéral“, einem Roman des Typs R, wie: On a paré tous les états de mort oder Enfin, les 16 décès aux joyeux abois.
Und stellt einen zuletzt vor eine höher und höher wachsende graue Mauer, Mauer, Mauer, die einem die Welt und den Himmel verstellt. Les pédales de la mort korrespondiert mit les états de mort. Aus Literatur werden Daten, Himmel gibt es nur noch auf Screens. JimBs Artwork lässt jedoch die farblose Sterilität eines Lochkartenlabors von Vögeln mit blauer Farbe bekleckern. Und von den ersten zitternden Geigenstrichen, von Pascals ersten irrwitzig artikulierten Sätzen an gibt da auch wieder die extraordinäre, im bad alchemystischen Sinn superlativste Musik ihr Kontra. Artrockistisch komplex, mit wieder Pascals unnachahmlichen Manierismen. Die phantastische Wortwahl und die theatralische, akrobatisch zwischen guttural und falsett springende Performanz suchen in ihrem surrealen, artaudesken Reiz, ihrer grotesken Komik einmal mehr ihresgleichen. Wie launig da wieder Babin mit Stabspiel klimpert oder übers Fell galoppiert, wie die Gitarre zuckt und Gift spuckt, der Kecak-Spaß, der vogelige Abbé Birdeen-Spleen bei ‘La Diminuee‘. Und schließlich das umflimmerte Pizzicato, die Violinrufe, das brachiale Mahl- und Basswerk, der Gitarrenexzess, die melancholischen Vibes, die ultimative, gegurgelte Glossolalie bei ‘…Ciel‘ als hochdramatisch karnevalsgrotesker Menschheitsdämmerung bis hin zu den finalen Paukenwirbeln und stechenden Pfiffen. Unfassbar stark!

Rigobert Dittmann (Bad Alchemy 114)

 

 

Es gibt neues Material von La STPO (La Société des Timides à la Parade des Oiseaux – der Gesellschaft der Schüchternen auf der Vogelparade). Wieder hat es eine ganze Weile gedauert, etwas mehr als sieben Jahre, bis es einen Nachfolger von “L’imparfait multiple de dieu” gab. Pünktlich zum 1. April 2022 war es dann aber soweit, und “Romanciel” wurde veröffentlicht. Kein Scherz! Halt … was ist denn mit “L’Empreinte” von 2018? Nun, dasselbe erschien zwar nach “L’imparfait multiple de dieu“, beinhaltet aber Material, welches schon 2012 fertiggestellt war und da eigentlich auch auf CD hätte erscheinen sollen. “L’Empreinte” ist also im Grunde der Vorgänger von “L’imparfait multiple de dieu“. Jetzt also “Romanciel“.

Wieder hat man das Label gewechselt. “Romanciel” wurde von ADN (Alma De Nieto) aus Mailand auf CD aufgelegt, die in einem schmucken Digipack kommt, versehen mit einem für die Band typischen Cover (entworfen von Gitarrist JimB). Auch die auf dem Album zu findende Musik ist typisch für die Band.

Einen schräg-experimentellen Rock in der RIO-Tradition bietet “Romanciel“, bestimmt von E-Gitarre und Pascal Godjikians ausgesprochen variablen Stimmdarbietungen, der zart-zerbrechlich bis wüste dahin treibt, in letzterem Falle kraftvoll angetrieben von der Rhythmusfraktion. Durch den Einsatz diverser weiterer Instrumente (Violine, Sax, Trompete, Klarinette, Flöte, Xylophon), und unterfüttert von satten Tasten- und Elektroniksounds, gerät die Musik dabei nicht selten in Kammerproggefilde. Mitunter kracht es aber auch punkig und derb. Godjikian setzt wie immer sein Organ ausgesprochen vielseitig ein, bietet voluminösen Gesang, lautmalende Stimmgebilde, exaltiertes Kreischen, mysteriöses Flüstern und allerlei weiteres Bellen, Rülpsen, Röhren, Zirpen, Gebrabbel und Quietschen. Mitunter stimmen die Kollegen mit ein, und grölen und röhren mit im Chor. Es sind aber auch längere Instrumentalabschnitte zu verzeichnen.

Ein buntes, schräges, originelles, homogenes und sehr eigenes Gemenge zwischen lärmend und wunderschön (man höre z.B. den elegisch-sanften Abschnitt nach ca. 12 Minuten im abschließenden “Rien qu’un ciel“) bietet “Romanciel“, welches RIO- und Avantprog-Adeptend sehr zusagen sollte, so sie nichts gegen gelegentliche stimmlich Extravaganzen einzuwenden haben. Wie auf “L’imparfait multiple de dieu” ist die Musik oft durchaus rund und klangvoll gestaltet, gibt es allerlei symphonisch-wohlige Momente mit viel Tiefe, oder auch schwebend-mäandernde Tongespinste, die einen gelungenen Ausgleich zu den härter krachenden oder exaltiert jaulenden Stellen bieten.

La STPO beweisen mit “Romanciel“, dass sie weiterhin zur Speerspitze des progressiven Schrägrocks in Europa gehören, und das zudem auf sehr eigenständige Art und Weise. Klasse!

13/15

Achim Breiling (BabyBlaue) 10/04/2022

 

 

Nur alle paar Jahre gibt es Gelegenheit, neue Musik von La Société des Timides à la Parade des Oiseaux zu hören. Aber wenn, kann man sicher sein, dass es sich um großartige Musik handelt, und das ist auch wieder bei dem im Frühjahr 2022 erschienenen Romanciel der Fall.

Die vier Stücke, deren Spielzeiten von knapp zwei bis über zwanzig Minuten laufen, zeigen sich in bester Avant-Manier. Sperrige, wenn auch nicht komplett unnahbare Klangkonstrukte von bizarrer Schönheit präsentiert uns die in Quintettstärke agierende Formation. Kantige Einwürfe der Gitarre vereinen sich mit allerlei Schlagwerk, darunter auch Xylo- und/oder Vibraphon, dazu gibt es gelegentlich trötende Saxophon-Einlagen, die Violine wird kräftig gegen den Strich gebürstet, ein paar elektronisch erzeugte Klänge werden ebenfalls eingesetzt. Auch sorgt hin und wieder ein Gastmusiker an Flöte und Trompete für zusätzliche Klangfarben.

Das Ganze bewegt sich, gerne auch innerhalb eines Stücks, zwischen ätherisch schwebenden und kraftvoll lärmenden Passagen, kann sich dabei auch vorübergehend in weitgehend freie Klänge auflösen. Über allem thront dabei wieder Pascal Godjikians unnachahmliche Stimmkunst (das Wort “Gesang” würde zu kurz greifen), die wieder allerlei Variationen seltsamer Lautäußerungen produziert, häufig textloser Art. Es ist kaum möglich, adäquate Worte zu finden für all dies Grunzen, Röcheln, Zwitschern und Schreien, mit dem diese Musik veredelt wird. Das kurze Dictionnaire ist sogar weitgehend a capella gesungen, wobei offenbar die gesamte Band mit einstimmt, ansonsten finden sich aber auch mal längere instrumentale Passagen.

Romanciel bietet wunderbaren, kantigen Avant-Rock, der auch innerhalb dieser Szene ziemlich einzigartig dasteht. Das Jahr 2022 ist zwar nicht einmal zur Hälfte vorbei, aber ich behaupte, dass Romanciel zu den Top-Alben des Jahres gehören wird! Ein großartiges Werk!

13/15

Jochen Rindfrey (BabyBlaue) 21/04/2022

 

 

En esta ocasión tenemos la ocasión de presentar la nueva producción fonográfica de la banda francesa LA SOCIETÉ DES TIMIDES À LA PARADE DES OISEAUX (o LA STPO, en la versión resumida de su nombre), la cual se titula “Romanciel” y fue publicada en el primer día de este abril por el sello ADN Records. Los integrantes son JimB [guitarra, voz y tubaga], Patrice Babin [batería, percusión y voz], Sébastien Desloges [bajo, violín, voz y platillos], Christophe Gautheur [sintetizador, piano eléctrico, saxofón, clarinete, voz y tubaga] y Pascal Godjikian [primera voz]. Este último también se hace cargo de las letras. Ocasionalmente, el quinteto contó con la colaboración del músico Iomai a la flauta oriental y la corneta natural. El material contenido aquí contenido fue grabado, mezclado y masterizado en el estudio Seb Lorho en varias sesiones entre 2017 y 2021; por su parte, el guitarrista de la banda JimB se hizo cargo del diseño gráfico. Adelantamos que este disco nos ha parecido tremendamente fabuloso, un nuevo golpe de genio de parte de LA STPO dentro de su larga trayectoria de enriquecimiento de la escena vanguardista francesa; la peculiaridad de “Romanciel” es que permite al personal de LA SOCIETÉ DES TIMIDES À LA PARADE DES OISEAUX exhibir unos colores y bosquejos refrescantes dentro de su siempre compleja propuesta estética. Buena parte de su discografía está marcada por un genuino y original enfoque de experimentaciones inspiradas en la tradición del avant-prog de fines de los 70s en adelante (especialmente, la escena continental francófona), pero advertimos que este nuevo álbum muestra algunos modismos orquestales y fusionescos que permiten a la banda explorar renovadoras gamas sonoras desde su seno creativo. Bueno, tras este preámbulo, lo mejor es que ahora repasemos los detalles del repertorio.

El repertorio del álbum se abre con ‘Roman’, una pieza que se expande por un ambicioso espacio de 19 ¾ minutos. Sus primeras instancias están signadas por una calidez de sobrios ribetes fusionescos que se apoyan mayormente en la dupla de violín y percusión tonal, siendo así que hay que esperar hasta la antesala de la frontera del tercer minuto para que el ensamble íntegro dé rienda suelta a su magnificencia ecléctica, alternando un momento de tensión deconstructiva propia de la tradición RIO (al modo de una cruza entre los dos últimos discos de HENRY COW y los dos últimos de ETRON FOU LELOUBLAN) con otro más jovialmente dadaísta al estilo de una cruza entre los paradigmas de ZAPPA y de THE RESIDENTS. La verdad que la fuerte presencia de las percusiones tonales en varios pasajes y las florituras de vientos que emergen en varios pasajes estratégicos ayudan a darle un aire casi orquestal al asunto. Tampoco falta un extenso pasaje etéreo que inicialmente parece invitar a una ensoñación en base a las flotantes capas de teclado en el trasfondo, pero que el canto tortuosamente versátil de Godjikian trastoca para convertirlo en un exorcismo genialmente inquietante. Los acompañantes ornamentos de violín y de vientos refuerzan esta atmósfera. Tras una larga expansión en esto, el grupo regresa a la jovialidad posmodernista de talante burlesco, manejando las libres formas del momento con un pulso tremendamente preciso. La siguiente instancia se enrumba hacia una ingeniería rítmica de claros tintes folklóricos que se remodelan a medio camino entre lo celebratorio y lo desasosegado, aunque bien delineado por una majestuosidad honestamente fulgurosa; las vibraciones saltarinas del violín, especialmente en los momentos finales, ayuda a reforzar este enfoque epilogar. A fin de cuentas, este primer tema ha resultado ser un cénit del disco que él mismo inaugura. Luego sigue la miniatura de menos de 2 minutos de duración ‘Dictionnaire’; su esquema sonoro es un cántico grupal que alterna sincronías y contrapuntos, acompañado por palmas y sobrios ornamentos instrumentales. De este modo se abre camino a ‘La Diminuée’, una pieza que dura casi 7 minutos y cuya función es la de darle un viraje más denso a la euforia surrealista y al colorido grácil que fueron tan importantes dentro de la extensa pieza que abrió el álbum. Bien es verdad que ‘La Diminuée’, con su mayor presencia de partes vocales, exhibe una carácter más robusto en cuanto al esquema expresivo general, pero, por otra parte, la cualidad etérea de la instrumentación y la presencia de efectos especiales que emulan sonidos de aves brindan un contrapeso de dadaísmo señorialmente sobrio frente al canto.

Rien Qu’un Ciel’ es la maratónica suite de 23 ¾ minutos que cierra el álbum, y, como es de esperar, sirve como vehículo para un nuevo ejercicio de rimbombancias radicales de parte de LA STPO. El pasaje inicial está marcado por un esquema impresionista arropado por una aureola solemne, siendo así que sus connotaciones inquietantes se quedan en un nivel bastante soterrado. Esta situación no dura mucho tiempo, pues la mencionada inquietud no tarda mucho en apoderarse del surrealista desarrollo temático (el cual nos recuerda a un híbrido entre los ART ZOYD de los tres primeros álbumes y los de la etapa 87-97) para arrastrar a la pieza hacia una caverna sónica cuyas paredes y techos parecen estar edificadas con materia oscura con una cohesión sostenida por una energía sin nombre. Alrededor de la frontera del noveno minuto, el grupo activa una procesión razonablemente siniestra que sabe impulsarse a sí misma desde la energía emanada del encuadre tripartito de guitarra, bajo y batería. La siguiente sección se centra en aires introspectivos, aunque sin ocultar sus titilaciones nebulosas que casi rayan con lo cósmico; se trata, al fin y al cabo, de un puente hacia otra sección densa centrada en expansiones tétricas donde el oscurantismo reinante tiene algo de lamento. Otras secciones siguientes juegan con texturas alevosamente abstractas que transitan de lo misterioso a lo furioso con perfecta fluidez, siendo así que la elástica acidez del canto de Pascal (ora furioso, otrora burlón, ahora sufriente, después enajenado) se acomoda naturalmente a los meticulosos arreglos instrumentales: en estos últimos, las percusiones tonales retienen el rol protagónico que ya tenían en piezas precedentes del álbum. El epílogo comienza con unos riffs entrecortados y estrambóticos de guitarra que abren camino a una retoma de la procesión siniestra que mencionamos más arriba. El golpe de las últimas sílabas arrojadas por Godjikian y los minúsculos efectos surrealistas instrumentales cierran con extravagante magnificencia esta suite y el álbum.

Todo esto es lo que nos brinda el veterano ensamble LA STPO con “Romanciel”, un disco que reactiva convincentemente el rol de las propuestas más frontalmente vanguardistas del multívoco género progresivo a estas alturas del nuevo milenio. Un trabajo notable, elíptico y complejo que se sitúa entre lo más aventurero y desafiante que se ha hecho dentro del amplio espectro del rock progresivo de los últimos años, algo que no nos sorprende cuando sabemos que procede de los cuarteles de este grupo, pero que, de todas maneras, merece todos los elogios y recomendaciones que se pueden expresar en cualquier lenguaje humano. Estas nuevas romanzas vanguardistas de LA STPO son de entrada obligatoria para cualquier fonoteca dedicada a la música experimental que se precie de ser buena. Ah, y antes de que se nos olvide, es una de las más notables novedades que hemos escuchado en el primer tercio de este año 2022.

César Inca Mendoza Loyola (Autopoietican – Apuntes de Musica Progresiva Contemporanea) 21/04/2022

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